Kultur der Fürsorge-Preis 2023 – Tierpflegerteam (Universität Basel)

Das Tierpflegerteam der Abteilung Biomedizin der Universität Basel hat einen vorbildlichen Ansatz zur nachhaltigen Reduzierung von Tierbeständen vorgestellt.

Die Reduzierung der Anzahl von Tieren, die gezüchtet werden, aber keinen weiteren Nutzen haben, sollte aus ethischer Sicht selbstverständlich sein. Eine Reduzierung auf das unverzichtbare Minimum ist jedoch für viele wissenschaftliche Einrichtungen nach wie vor eine große Herausforderung. Die Gründe und möglichen Ansätze sind komplex und umfassen unter anderem die Notwendigkeit, bestimmte Genotypen zu züchten, die Ausbildung der für die Zucht Verantwortlichen, die Notwendigkeit einer zentralen Verwaltung der Zucht, um optimierte Zuchtprogramme zu gewährleisten, den Austausch von Tieren zwischen Forschungsgruppen und die Kryokonservierung von Linien anstelle der Erhaltungszucht. 

Durch persönliches Engagement, Ausdauer und Fachwissen des nominierten Tierpflegeteams konnten die überschüssigen Tiere in der betreffenden Tierhaltung deutlich reduziert und ein nachhaltiges Konzept für eine bedarfsgerechte Zucht umgesetzt werden. Darüber hinaus wurden im Rahmen einer organisierten Seminarreihe tierversuchsbasierte Experimente dem Tierpflegeteam erläutert, um dessen Verständnis für die Verwendung der gezüchteten Tiere zu verbessern. Auf diese Weise konnte die Zufriedenheit am Arbeitsplatz gesteigert und gleichzeitig der psychische Stress durch die Tötung überschüssiger Tiere reduziert werden. Die Verringerung der Zahl getöteter Tiere trägt sowohl dem Tierschutz als auch der Verringerung des psychischen Stresses Rechnung und beugt somit auch einer Mitgefühlsmüdigkeit des Tierpflegebereichs in der Labortierhaltung vor. 

Veröffentlicht: 01.12.2023

2023 Preis für Pflegekultur

 

 

Kultur der Fürsorge-Preis 2023 – Tierpflegerteam der Universität Basel