Zelltechnologien, von der herkömmlichen Zellkultur bis hin zu komplexeren, künstlich
hergestellten Modellen wie 3D-Zellkulturen, Organoide und Organ-on-Chip-Systeme, gewinnen für die biomedizinische Forschung, die Arzneimittelentwicklung und die Toxikologie zunehmend an Bedeutung. Da sie bereits vor der Durchführung von Tierversuchen Erkenntnisse liefern, leisten sie einen Beitrag zur Reduktion von Tierversuchen. Je nach wissenschaftlichem Kontext lassen sich Tierversuche damit sogar ersetzen. Die Schweizer Hochschulen verfügen bereits über beträchtliche Expertise und Infrastruktur in diesem Bereich.
Eine aktuelle Bestandsaufnahme des 3RCC identifizierte 18 Zelltechnologie-Plattformen, deren Kompetenzen sich gut ergänzen. Es fehlt jedoch an nationaler Koordination, Sichtbarkeit und langfristiger Verankerung in den 12 Hochschulen, die sie beherbergen.
Ein nationales Netzwerk, das diese Plattformen verbindet, könnte 3R-Strukturen, 3R-Infrastruktur sowie Lehre und Ausbildung stärken. Dadurch liesse sich die Zusammenarbeit mit den Tierschutzfachstellen, den Austausch von Fachwissen und Best Practices sowie die wissenschaftliche Qualifizierung fördern. Zusätzliche Mittel und die Einbindung von Industriepartnern würden zudem Aktivitäten zur Validierung, Anerkennung und Anwendung von 3R-Methoden ermöglichen.
Dieses Policy Brief enthält Details über die Bestandaufnahme sowie die Empfehlungen des 3RCC zur Aufwertung der Zelltechnologie-Plattformen.
